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Netzwerke

Eine VisionDatum: 18.11.2014
WLAN ist in aller Munde und verbreitet sich immer mehr. Es gibt aber auch Schattenseiten.

Einstieg

Wer an dem Thema Netzwerk nicht vorbeikommen kann, kennt die aktuellen Diskussionen. Störerhaftung, offene WLANs, Public-AP (AccessPoints), 802.11ac und viele weitere Begriffe wandern dieser Tage und Wochen durch die IT-Medien und Politik. Doch wie hat sich das alles eigentlich entwickelt? Und wohin führt und das?

Basierend auf einem Artikel bei heise netze (Link) "IEEE-Tagung: WLAN soll bis zu 176 GBit/s schaffen" in dem es darum geht, wieviel Bandbreite die zukünftigen WLANs bereitstellen sollen, habe ich mir so meine Gedanken gemacht.

Als die ersten WLANs auftauchten, hatten sie eine - nach heutigen Verhältnissen - extrem geringe Bandbreite. Aber das störte niemanden so recht. Zumindest nicht im privaten Bereich, da das LAN dort noch nicht sehr stark ausgeprägt war. Mit den Jahren wurden die Standards weiter entwickelt und die Bandbreite nahm zu. Inzwischen sind wir bei 300MBit/s angelangt, was aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist. Im Grunde befinden wir uns immer noch in den Kinderschuhen.

LAN vs. WLAN

Die Verkabelung mit dem klassischen CAT-Kabel kennt im Grunde jeder. Ob im Büro oder zu Hause, überall liegen die meistens grauen kleinen Schläuche. Vernünftig verlegt fallen sie aber dennoch niemandem auf. Und im GBit/s-LAN gibt es auch sehr schnelle theoretische Geschwindigkeiten. Der Vorteil vom Kabel ist, in Verbindung mit einem Switch oder gar Router (und bitte keinen Hub mehr verwenden!!!) ist, dass es pro Endgerät (PC, Drucker, NAS,..) eine direkte Leitung zum zentralen Knotenpunkt (Switch,...) gibt. Demnach hat jeder Client die volle Bandbreite zur Verfügung. Wir erinnern uns an einen Hub, bei dem die gesamte Bandbreite auf alle angeschlossenen Clients aufgetilt wurde.

Beim WLAN hingegen ist es ähnlich wie bei einem Hub. Die Luft, in der die Funkwellen übertragen werden, ist das "shared medium", das sich alle Clients teilen. Auch wenn mehrere AccessPoints das WLAN bereitstellen, müssen auch diese per Kabel angebunden werden.

Was nützen also 300MBit/s WLAN-Bandbreite, wenn 100 Clients diese nutzen? Theoretisch nicht viel. Praktisch verhält es sich aber dann doch etwas anders. Nicht jeder Client sendet immer bzw. immer viele Daten. Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Fazit

Eine Vision von mir ist, dass die Zukunft des WLANs sehr gut aussieht und weiterhin immer mehr Einzug ins Büro und in die Privathäuser erhält. Die Verkabelung zu Hause wird immer weiter in den Hintergrund verdrängt. Ich selber haben kaum noch Kabel liegen. 4 Stück. Und die sind alle eng beieinander. Der Rest ist per WLAN verbunden. Im Büro sieht es dagegen noch anders aus. Dort ist die Verkabelung federführend. Dies hat mehrere Gründe (u.a. Datensicherheit aber auch Geschwindigkeit). Zwar sind einige WLANs bereit zur Nutzung, aber Kabel hat noch immer Priorität.

Im Backend-Bereich wie DataCenter und Core-Switche wird es aber noch sehr sehr lange verkabelt bleiben. Die Masse an WLAN SSIDs wäre kaum zu managen. Gerade bei größeren Netzen gibt es unzählige VLANs (Virtuelles LAN), die verwaltet und geswitcht werden wollen. Dazu sind WLANs noch nicht ausgereift genug.

Vision

Meine Vision daher ist, dass das WLAN das LAN auf der Access-Ebene, also am Endgerät, ablösen wird. Egal ob zu Hause oder im Büro. Die Kabel bleiben nur noch im Backend bestehen und verkabeln weiterhin die Core-Switche und Router.