Blogs & News


Security

GoogleGlass ... neue Datenschutzprobleme ?Datum: 11.03.2013
Das derzeitige Projekt von Google "Glass" befindet sich mehr oder weniger in der Beta-Testphase. So schön die Idee auch ist, macht sich jemand über die Folgen Gedanken?

Eine Brille, die genau das sieht, was ihr Träger sieht. Eine Brille, die passend zur Umgebung Informationen zu Gebäuden liefert oder Restaurants empfiehlt. Eine Brille, die als Navigation in fremden Städten dient. Eine Brille... u.s.w., man kann die Vorteile und Funktionen endlos aufzählen.
Generell: eine tolle Idee. Später soll wohl noch eine Verbindung zum Ohr hergestellt werden, damit man das Handy / SmartPhone dann auch nicht mehr braucht (Anmerkung: nur meine Vermutung).

Kommen wir zurück zum Punkt "sehen, was der Brillenträger sieht". Wie ist das denn, wenn jemand in der Stadt diese Brille aufhat und seine Umgebung betrachtet. Dort laufen doch hunderte von Menschen umher. Und dann geht dieser jemand in ein Cafe. Setzt sich hin, trinkt einen Kaffee und beobachtet seine Umgebung und achtet selber auf nichts bestimmtes.
Die Brille aber schon.

Was wäre, wenn niemand wüsste, dass die Brille die Bilder live ins Internet streamt. Was wäre, wenn er auf seiner Facebook-Seite dieses Video laufen lässt?

Spinnen wir noch ein wenig weiter und stellen weitere Frage. Nehmen wir an, in dem Cafe trifft sich ein junges Pärchen. Sie wirken verliebt und setzen sich in eine Ecke des Cafes. Der Gast mit der GoogleGlass-Brille kann sie sehen und beobachtet sie (wir unterstellen hierbei mal keine böse Absicht). Dennoch werden diese Bilder live gestreamt und im Netz gezeigt.

Soviel zur Ausgangssituation. Kommen wir zu den Fragen:
Was wäre, wenn beide Parteien jeweils in einer Beziehung sind und sich heimlich in dem Cafe treffen? Wenn jetzt zufällig jemand im Netz dieses Live-Video sieht und einen davon erkennt?
Oder der Brillenträger hat ein Plugin zur Gesichtserkennung eingebunden...?

Wie sieht es denn dann mit dem Datenschutz aus? Normalerweise muss ich mein OK geben, bevor Bilder von mir veröffentlicht werden. Es ist kaum anzunehmen, dass jemand mit dieser Brille einen Block bei sich führt und jeden Passanten den er sieht um eine schriftliche Erlaubnis bittet.

Zugegeben, dieses Szenario ist (noch) etwas weit hergeholt, aber durchaus vorstellbar. Ob ich nun eine Brille nutze oder eine andere kleine Kamera ist im Grunde ja egal. Aber die kleine Kamera wäre heimlich, wohingegen die Brille für andere Leute eine einfache Brille darstellt und ganz offensichtlich getragen wird.

Genau wegen solchen Fragen ist Google sehr vorsichtig beim Testen seines neuen Spielzeugs. In vielen Ländern könnte es nämlich zu Problemen beim Einführen der Brille kommen.

Es bleibt abzuwarten ob und wie sich diese Technik nutzen und durchsetzen wird.